416 km FAI-Dreieck in 8 Stunden

altaltaltEs geht immer weiter! Marlies Eicher knackte am 20. Februar die magische 400 km FAI-Dreiecksgrenze. So spät in der australischen Streckenflugsaison, nur einen Monat vor Tag-Nacht-Gleiche, ist die Thermikzeit schon merklich kürzer. Marlies musste also schnell fliegen. Um 11:36 startete sie ihren 416 km Trip und landete 8 Stunden später zu Sonnenuntergang um 19:44 wieder zu Hause. Obwohl sehr leichtgewichtig, fliegt sie satte 51 Kilometer pro Stunde. Top!

Der Flug im OLC 

Der Originalbericht von Archaeopteryx-Pilotin Marlies Eicher:

400km FAI Dreieck
Letzte Woche hatte es sehr interessante Wetterkonstelationen ueber Nordaustralien. Zwei Zyklone, einer vor der Kueste in Nordostqueensland und der andere im Northern Terriotry, plus ein Tiefdruckgebiet ueber dem nordwesten von Western Australia. 
Fuer uns im Sueden hiess das eine sehr flache Druckverteilung, schwache Winde und generell labil.
„Am Donnerstag ist es Peter’s Flug. Es dauert eine ganze Weile bis die Inversion sich anhebt. Die erste Stunde haengt er bei maximal 1700ft ueber dem Flugplatz. Als er endlich auf 3000ft kommt macht er sich auf den Weg. Der Tag wird immer besser. Die Wolkenbasis steigt auf ueber 8000ft ueber Grund und es hat gute Thermik. Er kehrt nach 7h 45min zurueck zum Flugfeld in Yando, nachdem er ein 327km grosses FAI Dreieck geflogen ist. Damit distanziert er mich im OLC, ich glaube nicht, dass ich ihn nochmals einholen kann!“
„Freitag entwickelt sich aber noch besser. Keine Inversion, Wolkenbasis auf 10‘000ft ueber Grund, schwache Winde und heiss. Wir setzen einen Task, ein 350km FAI Dreieck, mit der Option den 2. und 3. Schenkel zu verlaengern. Ich starte um 11.30 Uhr, die ersten Wolken erscheinen gerade, sie sind sehr hoch. In der Eile moeglichst rasch in die Luft zu kommen, warte ich nicht bis das Instrument genuegend Sateliten gefunden hat. Ich steige ohne Probleme auf 8000ft, nur fliege ich jetzt „blind“, ich kann nur raten in welcher Richtung der erste Umkehrpunkt ist. Nach einer Weile klappt es mit dem GPS und ich bin auf dem Weg. Ohne Inversion am Anfang des Fluges, die wir doch recht oft haben, komme ich zuegig voran. Es bilden sich schoene Wolkenstrassen, ich fliege meistens zwischen 5500ft und 9500ft ueber Grund, oft nur gerade aus. Ich ereiche den 2. Umkehrpunkt bezeiten, fliege aber weiter um den 2. Schenkel auf 130km zu verlaengern. Das Instrument zeigt mir auch, dass ich 133km vom Goal entfernt bin. Es ist 5.00 Uhr, die Wolken verzetteln sich und beginnen weite Flaechen abzudecken. Ich muss mit der Routenwahl aufpassen, damit ich nicht stecken bleibe. Trotzdem erwischt es mich fast, etwa 20km vor dem Goal. Ich muss meine Linie aufgeben und in den Norden fliegen, um wieder in die Sonne zu kommen. Auf 2500ft abgesunken, finde ich eine schoene Thermick, die mich wieder zur Wolkenbasis bringt. Von hier gleite ich uebers Goal hinaus, bis ich den ersten Schenkel weit genug verlaengert habe um das 400km Dreieck zu erreichen.
Flugzeit 8h 7min, Distanz 416km FAI Dreieck. (Und den Peter habe ich im OLC wieder ueberholt!)“